Ein neuer Adam
Wie überlebt ein Mensch, dem mit einem Schlag alles genommen wird, der sich aller äußeren Sicherheiten und Selbstverständlichkeiten entkleidet sieht, der sich verbergen und, ganz auf sich allein gestellt, irgendwie weiterexistieren muss? Für den Klimatologen Adam Kindred wird dieser Alptraum plötzlich Wirklichkeit. William Boyds neuer Roman Einfache Gewitter begleitet den gefallenen Wolkenforscher durch das andere London jenseits aller Regeln.
Leseprobe
»Ich kann aber nur fünf Minuten blei– Philip Wang lag auf dem Bett, in einer Blutlache, die sich schnell ausbreitete. Er war bei Bewusstsein, mit einer flossenartigen Handbewegung winkte er Adam näher. Das Zimmer war verwüstet, zwei kleine Aktenschränke umgeworfen und ausgeleert, Nachttischschubladen herausgezerrt, ein Kleiderschrank mit ein paar ausholenden Bewegungen ausgeräumt, Anzüge und Kleiderbügel wild verstreut.«
Einfache Gewitter, Erstes Kapitel
Ein Kannibale aus Chelsea
Frauke Meyer-Gosau trifft den Schriftsteller William Boyd auf Londons doppeltem Boden. mehr...
Ich möchte, dass der Leser betört wird
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William Boyd über die Notwendigkeit eines starken Plots, den Mut beim Schreiben und darüber, wie man seine Leser betört.
...über Pottwale und die Inspiration
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William Boyd über die Ideen für seine Romane und über den Ort seiner nächsten literarischen Reise, Wien und Sigmund Freud.
I am God in this novel...
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William Boyd über die vielen Figuren seines Romans, den viktorianischen Roman und Allmachtsphantasien von Schriftstellern.
Heilung erwünscht...
Auffallend wohlwollende Berichte in Fachpresse und TV, der plötzliche Hype um ein Wundermittel, gepaart mit dem massiven öffentlichen Druck auf Freigabe eines Medikaments in der Testphase – die klassischen Zutaten für den perfekten Thriller. Man ersetze nur Asthma durch Neurodermitis, und beinahe scheint es, als würden sich Medien und Pharmaindustrie seit Tagen bei William Boyds neuem Roman bedienen:
Einfache Gewitter
... die Geschichte eines Unschuldigen auf der Flucht
Ein wohlsituierter Bürger stürzt beim Versuch, eine halbwegs gute Tat zu vollbringen, ins Bodenlose.
... das Porträt eines Flusses
Jedes Jahr werden von der Londoner Polizei 50 bis 60 Leichen aus der Themse gefischt. Für Boyd war diese Statistik die Keimzelle zu Einfache Gewitter.
... ein atemloser Thriller
»Ein Thriller, der den Krieg als Alltagsgeschehen unter scheinbar zivilen Bürgern mitten ins Herz des gegenwärtigen London verpflanzt.« (Literaturen)



